Was Personalbeschaffung ist
Personalbeschaffung ist die Gesamtheit der Maßnahmen, mit denen ein Betrieb freie Stellen besetzt: die Klärung, wer gebraucht wird, die Suche, die Auswahl und die Einstellung. Im Deutschen ist es der Fachbegriff der Betriebswirtschaft, im Alltag sagt man Recruiting oder einfach "Leute finden". Personalauswahl ist der Teil davon, der zwischen den Bewerbern entscheidet; Personalmarketing der Teil, der den Betrieb als Arbeitgeber sichtbar macht.
Interne und externe Personalbeschaffung
Interne Personalbeschaffung besetzt die Stelle aus dem eigenen Team: Versetzung, Beförderung, Ausbildung eines Helfers zur Fachkraft, Rückkehr eines ehemaligen Mitarbeiters. Sie ist schnell und günstig, hinterlässt aber meist eine neue Lücke an anderer Stelle.
Externe Personalbeschaffung holt jemanden vom Arbeitsmarkt: über Stellenanzeigen, bezahlte Ansprache in sozialen Netzen, Direktansprache, Personalvermittlung, Empfehlungen der eigenen Leute oder Ausbildung. Welcher Weg passt, hängt von der Rolle ab: Für einzelne Spezialisten das Active Sourcing, für gewerbliche und technische Rollen in der Fläche das Social Recruiting, begleitend immer die Empfehlung aus dem Team.
Die sieben Phasen
1. Bedarf klären. Welche Arbeit bleibt liegen, für wie lange, und ist es eine Stelle oder eine Umverteilung. Viele Betriebe suchen einen Monteur und brauchen eine bessere Planung, oder umgekehrt.
2. Rolle beschreiben. Nicht die Stellenanzeige, sondern die Stelle: Aufgaben, Einsatzgebiet, Arbeitszeit, Fahrzeug, Gehalt, was der Neue am ersten Tag vorfindet. Aus dieser Beschreibung entsteht später die Ansprache.
3. Kanäle wählen und ansprechen. Der Kanal folgt der Rolle, nicht der Gewohnheit. Anzeige in sozialen Netzen, Direktansprache, Empfehlung, Vermittlung, Stellenbörse, in dieser Reihenfolge der Häufigkeit im technischen Mittelstand.
4. Vorqualifizieren. Ein kurzes Telefonat am selben Tag, das die Mindestvoraussetzungen klärt. Wie das geht, steht im Eintrag zur Vorqualifizierung.
5. Gespräche führen. Im Betrieb, mit Blick in die Halle, mit dem Meister. Der Betrieb sagt zuerst, was er bietet, und fragt dann.
6. Angebot machen. Innerhalb von zwei Tagen nach dem Ja, schriftlich, ohne Überraschungen im Vertrag. Die Zeit zwischen Phase 4 und 6 misst die Time to Hire.
7. Einarbeiten. Arbeitsplatz, Werkzeug, ein Ansprechpartner, ein Plan für die ersten zwei Wochen. Wer hier spart, sucht in drei Monaten wieder.
Die Phasen sind dieselben für einen Konzern und für eine Werkstatt mit zwölf Leuten. Der Unterschied ist, dass in der Werkstatt niemand nur dafür da ist. Deshalb versanden dort die Phasen 4 und 6, nicht die Phase 3.
Welche Kanäle im technischen Mittelstand zählen
Für gewerbliche und technische Fachkräfte, die einen Job haben, trägt die bezahlte Ansprache in sozialen Netzen den größten Teil der Bewerbungen; die Stellenbörse erreicht nur die, die aktiv suchen, und das sind im Handwerk wenige. Empfehlungen aus dem Team bringen die passgenauesten Leute in kleiner Zahl. Direktansprache und Vermittlung lohnen sich für einzelne Schlüsselstellen. Messen und Berufsschule bringen Auszubildende. Ein Betrieb, der zwei dieser Kanäle laufend bedient, hat mehr Bewerbungen, als er braucht; der Engpass liegt dann in Phase 4.
Wie man die Effizienz misst
Drei Zahlen reichen: die Kosten je Einstellung (Cost per Hire), die Tage vom ersten Kontakt bis zur Zusage (Time to Hire) und der Anteil der Neuen, die nach sechs Monaten noch da sind. Die dritte Zahl wird fast nie gemessen und sagt am meisten, weil sie die Phasen 1, 2 und 7 bewertet, die vor und nach der Suche liegen.
Auf der 977 Werkbank übernehmen wir die Phasen 2 bis 4 als vier Arbeitsgänge, Rolle und Markt, Ansprache und Kampagne, Bewerberfluss, Nachschärfen; die Phasen 5 bis 7 bleiben im Betrieb, weil dort niemand den Meister ersetzen kann. Weitere Begriffe erklärt das Glossar.