Wie eng der Markt im Maschinen- und Anlagenbau ist
Enger, als die Konjunktur vermuten lässt. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat 2024 vorgerechnet, dass im Maschinenbau bis 2034 rund 296.000 Beschäftigte in Rente gehen und nur etwa 118.000 Nachwuchskräfte nachkommen. Es fehlen 178.000 Arbeitskräfte, und die Rentner von morgen sind gut ein Viertel der heutigen Belegschaft.
Kurzfristig hat sich der Arbeitsmarkt entspannt. 2025 gab es laut Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA 2026) erstmals seit der Pandemie wieder mehr qualifizierte Arbeitslose als offene Stellen. Für die Elektrik in der Halle gilt das nicht: In der elektrischen Betriebstechnik waren 2025 von 16.628 offenen Stellen 13.011 rechnerisch nicht zu besetzen, knapp acht von zehn.
Ob Fachkräftemangel oder Personalengpass, ist zweitrangig. Der Mangel betrifft ganze Berufe, der Engpass trifft Sie: eine verkaufte Maschine, die auf ihren Monteur wartet. Jede verschobene Abnahme verschiebt auch die Schlussrechnung.
Warum die Anzeige oft leer bleibt
Weil sie aufzählt, was ein Industriemechaniker seit der Ausbildung kann, und verschweigt, was er wissen will: wie viele Wochen im Jahr Montage beim Kunden, ob im Inland oder in Übersee, ob es eine feste Schicht gibt und was am Monatsende übrig bleibt. Wer das nicht nennt, bekommt Bewerbungen von denen, die gerade nichts haben.
Gelesen wird in der Pause auf dem Handy, oft im Hotel. Verlangt die Bewerbung dann Lebenslauf und Anschreiben, ist der Moment vorbei. Wie Betriebe gezielt Industriemechaniker finden und worauf Mechatroniker beim Wechsel achten, steht auf den Seiten der beiden Berufe.
Was Sie selbst tun können
Montage ehrlich beschreiben. Reisetage im Jahr, Einsatzländer, Heimfahrten, Auslöse. Für viele Monteure entscheiden die Wochen unterwegs mehr als der Stundenlohn.
Innen und außen trennen. Wer nicht reisen will, ist in Fertigung oder Schaltschrankbau gut aufgehoben. Zwei klare Stellen finden leichter Bewerber als eine, die beides verlangt.
Die Gehaltsspanne nennen. Sie spart das erste Telefonat, das sonst nur dieser Frage dient.
Arbeitgebermarke im Kleinen. Sie entsteht im Maschinenbau aus dem, was Monteure untereinander erzählen: pünktliche Auslöse, ordentliches Werkzeug, eine Heimfahrt, die hält, was zugesagt war.
Binden, nicht nur finden. Weiterbildung in Steuerungstechnik hält Leute, die sonst beim Kunden abgeworben werden.
Zeitarbeit gezielt einsetzen. Für eine Montagespitze kann sie helfen, für Wissen über die eigenen Anlagen kaum. Was sich rechnet, zeigt der Vergleich Zeitarbeit oder eigene Einstellung.
Wie es auf der 977 Werkbank läuft
Ihre Stelle kommt auf die 977 Werkbank und durchläuft vier Arbeitsgänge. Die Interviews führen Sie.
Stelle und Markt. Im Telefonat klären wir Montageanteil, Steuerung, Schicht und Gehaltsband, dazu, wie viele solche Fachkräfte im Umkreis arbeiten.
Ansprache und Kampagne. Eine Anzeige in sozialen Netzen, so geschrieben, wie Monteure reden, dahinter ein Kurzformular ohne Lebenslauf.
Bewerberfluss. Jede Bewerbung bekommt am Eingangstag einen Anruf: Reisebereitschaft, Führerschein, Steuerungserfahrung, Starttermin. Nur wer passt, bekommt einen Interviewtermin bei Ihnen.
Nachschärfen. Anzeigen, die nachlassen, werden getauscht. Jeden Monat eine Auswertung, an der Sie sehen, ob es trägt.
Von Ihnen brauchen wir höchstens 90 Minuten Geschäftsführung in acht Wochen, keine Fotos und keinen Workshop. Kein Agenturtheater. Einen veröffentlichten Fall aus dem Maschinen- und Anlagenbau haben wir noch nicht.
Die drei Bereiche und ihre Stellen
Anlagen und Zulieferer. Hersteller von technischer Keramik, Verschleißschutz, Rohrleitungen, Pumpen und Armaturen suchen Zerspaner, Schweißer, Rohrleitungsbauer und Prüfer. Hier zählt die Fertigung im Werk mehr als die Reise.
Maschinen und Automation. Gebraucht werden Mechatroniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik und Inbetriebnehmer, die beim Kunden den Fehler in der Steuerung finden.
Pulver und Schüttgut. Anlagen zum Fördern, Dosieren und Mischen verbinden Mechanik, Pneumatik und Steuerung. Was diese Hersteller brauchen, steht unter Pulver und Schüttgut.
Serienfertiger finden sich unter Produktion und Fertigung, Hersteller von Energieanlagen unter Energie.