Wie eng der Markt in Industrie und Produktion ist
Enger, als die schwache Konjunktur vermuten lässt. Laut Jahresrückblick 2025 des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft (KOFA 2026) gab es 2025 erstmals seit der Pandemie wieder mehr qualifizierte Arbeitslose als offene Stellen. Trotzdem blieb rechnerisch jede dritte offene Stelle für Qualifizierte unbesetzbar, gut 369.500 Stellen, weil Beruf, Abschluss und Wohnort nicht zu dem passen, was Betriebe suchen. Sechs von zehn dieser Stellen verlangen eine abgeschlossene Berufsausbildung, also genau die Facharbeiter, die in der Produktion fehlen.
Im Verarbeitenden Gewerbe ist die Lücke 2025 kleiner geworden, aber aus einem unbequemen Grund: Die Betriebe haben weniger Stellen ausgeschrieben. Viele rechnen für 2026 mit besserer Auftragslage und wachsenden Rekrutierungsproblemen (IW Unternehmensbefragung, zitiert bei KOFA 2026). Wer jetzt besetzt, sucht noch in einem ruhigeren Markt.
Entscheidend ist der einzelne Beruf. In der elektrischen Betriebstechnik blieben 2025 rund acht von zehn offenen Stellen rechnerisch unbesetzbar, gut 13.000 (KOFA 2026). Auch die Region macht den Unterschied: In Köln oder Berlin waren es etwa zwei von zehn Stellen, in den Agenturbezirken Schwandorf und Weiden sieben von zehn. Welche Branchen es am härtesten trifft, steht unter Fachkräftemangel nach Branchen.
Welche Wege es gibt und was sie bringen
Fünf Wege nutzen Industriebetriebe am häufigsten, und jeder erreicht eine andere Gruppe von Bewerbern.
Stellenbörsen. Sie erreichen die, die gerade aktiv suchen. Für Helfer und Berufseinsteiger reicht das oft. Den Industriemechaniker mit zehn Jahren an Ihrer Anlagenart erreichen sie selten, denn der hat eine Stelle und schaut nicht nach.
Die Arbeitsagentur. Der Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit ist gebührenfrei: Stellenangebot melden, in der Bewerberbörse selbst nach Profilen suchen, dazu Beratung zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen und von Geflüchteten. Als Grundlage lohnt sich das immer, allein trägt es selten.
Personaldienstleister und Zeitarbeit. Schnell für Auftragsspitzen, teuer auf Dauer, und die Leute sind nicht bei Ihnen angestellt. Wann sich das rechnet, steht unter Zeitarbeit oder eigene Einstellung.
Empfehlungen aus dem Team. Oft die besten Bewerber, weil jemand für sie bürgt. Aber selten genug, um eine zweite Schicht aufzubauen.
Ansprache in sozialen Netzen. Sie erreicht die, die nicht suchen, aber wechseln würden, wenn das Angebot konkret besser ist. Wer eine feste Stelle hat, schaut nicht in die Börse, aber auf sein Telefon.
Warum die Anzeige im Schichtbetrieb versandet
Weil die Leute, die Sie brauchen, gerade an einer Anlage stehen. Ein Anlagenführer in Wechselschicht sitzt nach Feierabend nicht vor der Stellenbörse. Er sieht eine Anzeige in der Pause auf dem Handy, und wenn dann Lebenslauf und Anschreiben verlangt werden, ist der Moment vorbei.
Dazu kommt die Lage. Viele Werke stehen dort, wo einmal Fläche war, nicht dort, wo die Fachkräfte wohnen. Wer im Umkreis von 30 Kilometern sucht, muss die ansprechen, die heute jeden Morgen 45 Minuten zu einem anderen Werk fahren.
Und dann die Antwortzeit. Auf jede Bewerbung gehört eine Antwort, am besten ein Anruf am selben Tag. Wer drei Tage nichts hört, sitzt beim Nachbarwerk im Interview. Das Schweigen nach der Bewerbung ist in den meisten Betrieben kein böser Wille, sondern ein voller Schreibtisch in der Personalabteilung oder beim Produktionsleiter. Genau diesen Engpass muss ein Verfahren lösen, sonst verpufft jede gute Anzeige.
Was in die Stellenanzeige für die Produktion gehört
Eine gute Stellenbeschreibung ist eine Liste von Antworten auf die Fragen, die der Facharbeiter sonst am Telefon stellen würde:
- Anlage und Aufgabe: welche Maschinen, welche Steuerung, Einrichten oder Bedienen, allein an der Linie oder im Team.
- Schichtmodell: Zweischicht, Dreischicht oder Konti, Wochenenden, und wie lange der Plan im Voraus feststeht.
- Gehalt: eine Spanne plus Schichtzulagen. Ohne Gehaltsangabe bewerben sich vor allem die, die nichts zu verlieren haben.
- Weg: wo das Werk liegt, Parkplatz, Anbindung, Zuschuss zu den Fahrtkosten.
- Einarbeitung: wer anlernt, wie lange, was nach der Probezeit kommt.
- Nächster Schritt: wer sich wann meldet und wie viele Interviews es gibt.
Alles, was hier fehlt, muss die Fachkraft raten, und geraten wird zu Ihren Ungunsten. Wie aus diesen Punkten ein Text wird, den jemand zu Ende liest, steht unter Stellenanzeige schreiben.
Was Fachkräfte in der Produktion zum Wechsel bringt
In den Telefonaten mit Bewerbern aus unseren laufenden Kampagnen fallen immer wieder dieselben vier Gründe: der Weg, ein verlässlicher Schichtplan, ein Vorgesetzter, der Zusagen hält, und Werkzeug, das funktioniert. In der Produktion heißt Werkzeug: eine Anlage, die gewartet ist, statt einer, die jede Schicht mit Störungen beginnt. Geld ist die Bedingung, selten der Grund. Wer in der Anzeige bei diesen vier Punkten ehrlich ist, führt Interviews mit Leuten, die bleiben.
Für wen die 977 Werkbank gemacht ist
Für Geschäftsführung, Werks- und Produktionsleitung im technischen Mittelstand, ohne eigene Recruitingabteilung oder mit einer, die nicht hinterherkommt. Typisch ist der Betrieb mit vollen Auftragsbüchern, der schon zwei, drei Anläufe hinter sich hat: Stellenbörse, Zeitung, eine Agentur mit Fotoshooting.
Die 977 Werkbank besetzt eine Stelle in vier Arbeitsgängen: Stelle und Markt klären, Ansprache und Kampagne, Bewerberfluss mit Anruf am selben Tag, laufend nachschärfen. Von Ihnen brauchen wir höchstens 90 Minuten Geschäftsführung in acht Wochen, keine Fotos, keinen Workshop, kein Agenturtheater.
Wenn es eine Personalabteilung gibt. In größeren Werken bleibt die Personalleitung Herrin des Verfahrens. Sie bekommt vorqualifizierte Bewerbungen in ihr eigenes System und führt die Interviews, die Vorarbeit am Telefon läuft bei uns.
Ein Fall aus der Chemie
Ein Chemiebetrieb in Süddeutschland mit 80 Beschäftigten hatte jahrelang Zeitung, Portale und Messen probiert, ohne einen Servicetechniker zu finden. Über die Werkbank unterschrieb der erste nach zwei Monaten. Weil die Stelle immer wieder frei wurde, lief die Kampagne weiter, und nach und nach kamen Vertrieb, Verwaltung und HR dazu: 22 Einstellungen in 18 Monaten. Den ganzen Ablauf zeigt der Fall Chemie Süddeutschland.
Branchen und Stellen
Die Karten unten sind in drei Gruppen geordnet: zuerst die Industrie mit Produktion und Fertigung, Anlagen, Maschinen und Zulieferern sowie Energie, dann Logistik und technische Dienstleistung, zuletzt das Handwerk. Die einzelnen Berufe, vom Maschinen- und Anlagenführer bis zum Elektroniker für Betriebstechnik, stehen unter Stellen, die wir besetzen.