Dachdecker und Bau

Fachkräftemangel am Bau:
was Dachdecker und Baubetriebe selbst tun können

Wer im März sucht, deckt im Mai mit halber Mannschaft.

Hier stehen die Lage am Bau, was Dachdecker- und Baubetriebe selbst tun können und wann die Suche beginnen sollte.

Ein Dachdecker kniet allein auf dem Dach neben einem Stapel Ziegel, darüber schwebt eine Palette am Kran, unten winkt der Bauleiter
Kurz gesagt

Gegen den Fachkräftemangel am Bau hilft Baubetrieben im technischen Mittelstand zuerst, die Fachkräfte zu erreichen, die heute bei einem anderen Betrieb arbeiten, und das vor der Saison statt mittendrin. Dazu gehören eine Stelle, die den Alltag auf dem Dach ehrlich beschreibt, eine Bewerbung am Handy ohne Lebenslauf und ein Rückruf am selben Tag. Ausbildung, Quereinsteiger und gute Arbeitsbedingungen sichern den Bestand, besetzen aber keine Stelle bis zum Frühjahr.

Wie groß der Fachkräftemangel am Bau ist

Groß genug, dass er Aufträge verschiebt. Laut Fachkräftereport des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft (KOFA, März 2025) fehlten in der Dachdeckerei mehr als 3.000 ausgebildete Fachkräfte. Gemeint sind offene Stellen, für die es rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen gab. Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit 2025 zählt 157 Berufe mit Engpass und nennt Bau- und Handwerksberufe ausdrücklich darunter.

Die Ursachen: Die starken Jahrgänge gehen in Rente, zu wenige beginnen eine Ausbildung, und manche Gesellen wandern nach einigen Jahren in andere Branchen ab. Für den Betrieb heißt das: Aufträge rutschen ins nächste Jahr, die Kolonne arbeitet am Limit, und der Chef steht wieder selbst auf dem Dach.

Warum Stellenanzeigen am Bau nicht mehr tragen

Weil die Leute, die Sie brauchen, gerade arbeiten. Ein Dachdeckergeselle mit fester Stelle liest keine Stellenbörse. Er vergleicht erst, wenn ihn ein Angebot erreicht, das konkret besser ist. Der Betrieb aus unserem Fall hatte Zeitung, Portale, Empfehlungen und Ausbildungsmessen hinter sich, ohne einen Dachdecker.

Was Baubetriebe selbst tun können

Fünf Dinge, keines braucht ein großes Budget.

Vor der Saison suchen. Wer im Herbst und Winter sucht, hat die Leute im Frühjahr eingearbeitet. Wer erst sucht, wenn die Dächer offen sind, sucht gleichzeitig mit allen anderen.

Den Alltag beschreiben, nicht die Benefits. Einsatzgebiet in Kilometern, Steildach oder Flachdach, Größe der Kolonne, Abfahrt ab Betrieb oder ab Haustür, was bei Regen passiert, eine Gehaltsspanne.

Bewerben ohne Lebenslauf. Ein kurzes Formular am Handy, ein paar Fragen, zwei Minuten.

Am selben Tag zurückrufen. Die Time to Hire zählt am Bau in Tagen. Wer sich nach einer Woche meldet, erreicht oft einen, der schon woanders zugesagt hat.

Bestand halten, Nachwuchs holen. Ausbildung mit Übernahme, Quereinsteiger als Helfer mit Aussicht auf den Gesellenbrief, verlässliche Zeiten, ordentliches Werkzeug. Fachkräfte aus dem Ausland sind ein Weg, brauchen aber Vorlauf für Anerkennung, Visum und Sprache. Weitere Wege stehen im Ratgeber Mitarbeiter finden im Handwerk.

Was wir bei Dachdeckern immer wieder sehen

Über eine Besetzung entscheiden am Dach drei Punkte, die in keiner Anzeige stehen: Führerschein, Deutsch für die Verständigung auf der Baustelle und die Bereitschaft, bei jeder Witterung zu arbeiten. Wer das schon am Telefon klärt, spart sich die Interviews, die nach zehn Minuten vorbei sind.

Und die erste Besetzung ist selten die letzte. Wer einmal einen Weg hat, der Gesellen bringt, braucht bald Vorarbeiter, Meister, Gerüstbauer und danach das Büro.

Ohne Agenturtheater: so läuft es auf der 977 Werkbank

Ihre Stelle kommt auf die 977 Werkbank und durchläuft vier Arbeitsgänge. Stelle und Markt: Wir klären am Telefon, was die Stelle bietet und wer im Umkreis dafür in Frage kommt. Ansprache und Kampagne: eine Anzeige, die den Alltag auf dem Dach zeigt, dort, wo Gesellen in der Pause aufs Handy schauen. Bewerberfluss: Jeder Bewerber bekommt am selben Tag ein Telefonat, in dem wir Führerschein, Sprache, Witterung und Eignung klären. Nachschärfen: Was nicht trägt, wird geändert, jeden Monat mit einer Auswertung.

Sie führen die Interviews, und zwar nur mit denen, die passen. Fotos, Videos oder Workshops brauchen wir nicht. Ob Ihre Stelle passt, klärt der Kurzcheck, was es ungefähr kostet, zeigt der Kostenrahmen.

Ein Fall: Dachdeckerbetrieb im Rhein Main Gebiet

35 Beschäftigte, zweite Generation, jahrelang keine Dachdecker. Nach einem Telefonat lief die Kampagne, die ersten Bewerbungen kamen am ersten Tag, im ersten Monat waren zwei Dachdecker eingestellt. Nach sechs Monaten standen 18 Einstellungen in neun Positionen, vom Gesellen bis zur Assistenz der Geschäftsführung. Den ganzen Fall lesen Sie unter Dachdecker Rhein Main, andere Branchen unter Für wen wir arbeiten.

Weitere Branchen: Produktion und Fertigung, Anlagen, Maschinen und Zulieferer, Energie, Logistik und Fuhrpark, Technische Dienstleistung, Handwerk.

Stellen, die wir im Dachdecker- und Bauhandwerk besetzen

Besetzt im Fall Rhein Main, vom Gesellen bis zum Meister.

Dachdeckergeselle

Gute Gesellen wechseln für einen kurzen Weg und eine feste Kolonne.

Vorarbeiter

Decken und führen zugleich ist selten. Gefragt sind eigene Baustellen und ein Fahrzeug.

Dachdeckermeister

Die Stelle konkurriert mit der eigenen Gründung. Meister wollen Spielraum und ein passendes Gehalt.

Gerüstbauer

Jedes Gewerk braucht sie. Gefragt sind planbare Touren und ordentliches Material.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was können Baubetriebe gegen den Fachkräftemangel tun?

Kurzfristig: Fachkräfte ansprechen, die heute woanders arbeiten, mit einer konkreten Stelle, einer Bewerbung am Handy und einem Rückruf am selben Tag. Langfristig: ausbilden, Quereinsteiger entwickeln und die eigenen Leute halten.

In welchen Handwerksberufen fehlen Fachkräfte?

Vor allem in Bau- und Ausbauberufen. Laut KOFA fehlten im März 2025 in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mehr als 12.000 Fachkräfte und in der Dachdeckerei mehr als 3.000.

Welche Branche hat am meisten Fachkräftemangel?

Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit 2025 nennt vor allem Pflege, medizinische Berufe sowie Bau und Handwerk. Für Ihren Betrieb zählt eher die Lage im eigenen Umkreis.

Wann sollte ein Dachdeckerbetrieb neue Leute suchen?

Im Herbst und Winter, damit die Neuen zur Saison eingearbeitet sind. Wer im Frühjahr sucht, konkurriert mit jedem anderen Betrieb um dieselben Gesellen.

Wie schnell kommen Bewerbungen?

Im Fall aus dem Rhein Main Gebiet am Tag der Schaltung.

Robin Steinheimer lehnt rechts an einem breiten Rolltor aus Metall

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