Drei Wege, einen Handwerker einzustellen
Für eine offene Stelle im Handwerk gibt es im Kern drei Wege, und sie unterscheiden sich weniger im Preis als darin, wer die Arbeit macht und wem die Bewerber am Ende gehören.
Personalvermittlung. Ein Vermittler sucht in seinem Netzwerk und stellt Ihnen Kandidaten vor. Sie stellen ein, er bekommt ein Honorar, meist bei erfolgreicher Einstellung, häufig ein bis zwei Monatsgehälter oder ein fester Betrag je Position.
Zeitarbeit. Der Verleiher stellt ein, Sie setzen die Fachkraft in Ihrem Betrieb ein und zahlen je geleisteter Stunde. Schnell verfügbar, dafür dauerhaft teurer und rechtlich begrenzt.
Eigene Bewerbungen mit System. Sie sprechen die Leute selbst an, mit einer laufenden Kampagne und einem Bewerberfluss dahinter. Die Kandidaten kommen direkt zu Ihnen, der Aufwand ist monatlich und unabhängig von der Zahl der Einstellungen.
Drei Wege im Überblick
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Personalvermittlung |
Zeitarbeit |
Eigene Bewerbungen mit System |
| Wer stellt ein |
Sie |
der Verleiher, Sie leihen aus |
Sie |
| Wann Sie zahlen |
meist bei Einstellung |
je geleisteter Stunde |
monatlich, unabhängig von der Zahl der Einstellungen |
| Für wie viele Stellen |
eher einzelne |
kurzfristiger Bedarf |
eine Rolle, danach weitere |
| Wem die Bewerber gehören |
der Vermittler sucht in seinem Netz |
bleiben beim Verleiher |
kommen direkt zu Ihnen |
| Wie schnell |
Wochen bis Monate |
Tage |
erste Bewerbungen in Tagen |
| Ihr Aufwand |
gering |
gering |
knapp eine Stunde bis zum Start |
Wann die Personalvermittlung passt
Wenn Sie eine Spezialistin oder einen Spezialisten suchen, den es in Ihrer Region kaum gibt, und ein Vermittler genau in diesem Feld ein Netz hat. Wenn es um eine einzelne Stelle geht und Sie das Risiko auf den Erfolg verlagern wollen. Fragen Sie vorher nach dem Honorarmodell, nach einer Nachbesetzungsregel und danach, aus welchen Quellen die Kandidaten kommen. Ein Vermittler, der Ihnen dieselben Profile schickt wie jeder andere, hat kein Netz, sondern eine Datenbank.
Was eine Personalvermittlung kostet
Marktüblich sind zwei Modelle: ein Erfolgshonorar bei Einstellung, oft als Prozentsatz des Jahresgehalts oder als fester Betrag je Position, und seltener ein Honorar in Stufen, mit einer Anzahlung bei Auftrag. Beides ist verhandelbar, und beides ist erst dann vergleichbar, wenn Nachbesetzung, Probezeitregel und Zahlungsziel schriftlich stehen. Rechnen Sie den Betrag auf die Zahl der Stellen um, die Sie in den nächsten zwölf Monaten besetzen wollen: ab der zweiten oder dritten gleichartigen Stelle ist ein eigener Bewerberfluss meist günstiger.
Wann eigene Bewerbungen besser sind
Wenn Sie dieselbe Rolle mehrmals besetzen, wenn mehrere Stellen offen sind oder wenn Sie die Leute selbst kennenlernen wollen, bevor jemand vorsortiert. Dann verteilt sich ein monatlicher Betrag auf mehrere Einstellungen. Im Fall Dachdecker im Rhein Main Gebiet wurden aus einer Rolle neun, 18 Einstellungen in sechs Monaten; im Elektrobetrieb in Norddeutschland fünf Stellen in zwei Monaten. Wie das läuft, steht unter 977 Werkbank, was es kostet, im Kostenrahmen.
Zeitarbeit als Alternative
Zeitarbeit überbrückt Engpässe schnell: der Verleiher stellt ein, Sie setzen die Fachkraft ein. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz begrenzt die Überlassung derselben Person an denselben Entleiher grundsätzlich auf 18 aufeinanderfolgende Monate, tarifliche Regelungen können davon abweichen. Für eine dauerhafte Besetzung ist Zeitarbeit deshalb eher Brücke als Lösung, und sie bindet Ihren Meister trotzdem: einarbeiten müssen Sie jeden. Wer eine Alternative zur Zeitarbeit sucht, braucht eigene Bewerbungen, und die kommen nur mit einem System zuverlässig, nicht mit einer Anzeige.
Was der Markt zeigt
In der Messung vom 18.09.2026 sind auf der ersten Suchergebnisseite zu "personalvermittlung handwerk" sieben von zehn Treffern Anbieterseiten, im Schnitt rund 920 Wörter lang. Fast alle werben mit Zeitarbeit und Direktvermittlung im selben Atemzug, kaum eine sagt, was die Vermittlung kostet oder was bei einem Abbruch in der Probezeit passiert. Fragen Sie danach, bevor Sie unterschreiben.
Was Sie vor der Unterschrift klären sollten
Egal welchen Weg Sie gehen, dieselben fünf Fragen trennen ein gutes Angebot von einem teuren:
- Was passiert, wenn die Person in der Probezeit geht? Nachbesetzung ohne neues Honorar, anteilige Erstattung oder gar nichts.
- Woher kommen die Kandidaten? Eigenes Netz, Datenbank, Anzeigen oder Zeitarbeitspool. Das entscheidet, ob Sie dieselben Profile bekommen wie Ihr Wettbewerber zwei Straßen weiter.
- Wer spricht zuerst mit den Leuten? Und in welcher Sprache: wer aus dem Handwerk kommt, merkt am Telefon in zwei Minuten, ob jemand die Arbeit kennt.
- Wie lange bindet mich der Vertrag? Monatlich kündbar, Mindestlaufzeit, oder Abschlag bei vorzeitigem Ende.
- Was kostet es, wenn nichts passiert? Beim Erfolgshonorar nichts, bei laufender Betreuung der Monatsbetrag. Dafür bekommen Sie dort jeden Monat Zahlen.
Was für Handwerksbetriebe den Ausschlag gibt
Nicht der Preis je Einstellung, sondern die Frage, wie oft Sie diese Rolle noch suchen werden. Einmal: Vermittlung prüfen. Immer wieder: eigenen Bewerberfluss aufbauen. Und in beiden Fällen gilt dasselbe: Wer am selben Tag zurückruft, bekommt das Gespräch. Für welche Branchen und Rollen das gilt, steht unter Für wen, und die Abwägung zu Agenturen unter Social Recruiting Agentur oder Systemberatung.