Was Mobile Recruiting bedeutet
Mobile Recruiting ist die Ausrichtung des gesamten Bewerbungswegs auf das Smartphone: Anzeige, Karriereseite, Formular, Rückmeldung und Terminvereinbarung sind so gebaut, dass sie auf einem kleinen Bildschirm mit einem Daumen funktionieren, ohne Anhänge, ohne Registrierung, ohne Tastatur. Der Begriff entstand, als Bewerber begannen, Stellen überwiegend am Handy zu suchen; heute beschreibt er den Normalfall, nicht die Ausnahme: Für potenzielle Bewerber im gewerblichen Bereich sind mobile Endgeräte der einzige Bildschirm, und für die Mitarbeiter, die sie später werden, bleibt das Handy das Werkzeug, mit dem der Betrieb sie erreicht.
Im technischen Mittelstand ist der Grund handfest. Ein Monteur, ein Zerspaner, ein Lkw Fahrer sitzt tagsüber nicht vor einem Rechner. Er sieht eine Anzeige in der Frühstückspause auf dem Handy, und wenn er sich in dieser Pause nicht bewerben kann, bewirbt er sich abends auch nicht. Der Moment ist vorbei.
Was ein mobiles Kurzformular braucht
Vier bis sechs Fragen, alle mit Antippen oder einer Zahl beantwortbar: Ausbildung (Auswahl), Berufserfahrung in Jahren, Führerschein (ja, nein), Wohnort oder Postleitzahl, Rufnummer, Name. Keine Datei, kein Anschreiben, kein Passwort. Der Absendeknopf ist groß und steht ohne Scrollen im Bild. Danach eine Bestätigung mit dem Satz, wann und wie der Betrieb sich meldet.
Alles, was darüber hinausgeht, kann später kommen. Zeugnisse und Lebenslauf lassen sich nach dem ersten Telefonat per Nachricht nachreichen, wenn der Bewerber weiß, dass es sich lohnt. Wer sie vorher verlangt, verlangt eine Stunde Arbeit von jemandem, der noch gar nicht weiß, ob der Betrieb ihn will.
Wie Mobile Recruiting mit Social Recruiting zusammenhängt
Social Recruiting bringt die Anzeige auf das Handy, Mobile Recruiting sorgt dafür, dass der Weg danach nicht abbricht. Eine Kampagne in sozialen Netzen mit einem Formular, das Lebenslauf und Registrierung verlangt, ist Reichweite ohne Bewerbungen: Die Leute sehen die Anzeige, tippen darauf und geben nach dem dritten Bildschirm auf. Wie eine Kampagne aufgebaut ist, steht im Ratgeber zu Social Recruiting; Mobile Recruiting ist dort der Bewerberfluss zwischen Anzeige und erstem Anruf.
Die Fehler, die am meisten Bewerber kosten
Aus den Kampagnen, die wir betreuen, sind es vier, in dieser Reihenfolge. Ein Formular mit Pflichtfeld für den Lebenslauf. Eine Karriereseite, die auf dem Handy erst nach Sekunden lädt oder Text so klein zeigt, dass man zoomen muss. Eine Bestätigung per Mail statt per Anruf oder Nachricht, denn der Bewerber hat sein Mailpostfach seit Wochen nicht geöffnet. Und eine Rückmeldung, die Tage dauert, weil das Formular in ein Postfach läuft, das niemand am Handy liest.
Alle vier sind Technik und Gewohnheit, keine Frage des Budgets. Das erste und das vierte kosten in Summe den größten Teil der Interessenten, die eine Anzeige erreicht hat.
Was auf der Seite des Betriebs mobil sein muss
Nicht nur das Formular. Der Meister, der die Rückmeldung bekommt, liest sie ebenfalls am Handy, zwischen zwei Baustellen. Die beste Lösung ist deshalb, dass jede neue Bewerbung als Nachricht auf sein Handy kommt, mit Name, Rufnummer und den Antworten, damit er in der nächsten Pause anrufen kann. Auf der 977 Werkbank übernimmt das der Bewerberfluss: Das Kurzformular kommt an, der Bewerber wird am selben Tag angerufen und vorqualifiziert, und der Betrieb bekommt nur die Gespräche, die passen, als Karte oder Nachricht.
Was Mobile Recruiting nicht ist
Kein eigenes Bewerber App, die jemand installieren müsste; die Hürde einer Installation ist höher als die eines Formulars. Keine Bewerbung per Sprachnachricht als Ersatz für Fragen, die man antippen kann. Und kein Grund, auf das Telefonat zu verzichten: Das Handy bringt die Bewerbung, das Gespräch entscheidet. Wie sich der ganze Weg aus Sicht des Bewerbers anfühlt, beschreibt der Eintrag zur Candidate Experience; die Strecke vom Formular bis zum Gespräch die Seite zur 977 Werkbank. Weitere Begriffe erklärt das Glossar.